Italienische Lokale sind ausgebucht: so wartet München aufs EM-Viertelfinale am Samstag

Italienische Lokale sind ausgebucht: so wartet München aufs EM-Viertelfinale am Samstag

28.000 Italiener leben in München. Kein Wunder, dass sich die bayerische Landeshauptstadt auch gerne als „nördlichste Stadt Italiens“ bezeichnet. „Wir kommen weiter“, lautet die Devise der Italiener, wenn sie an kommenden Samstag denken. „Deutschland hilft nur das Gebet“, so Silvestro Furia, der vor 30 Jahren nach München kam.

Deutschland trifft am Samstag auf Italien

München wünscht der deutschen Nationalmannschaft viel Erfolg für die Partie gegen Italien. Ganz München? Nein. Rund 28.000 Italiener, die in München leben, werden Buffon und Co. die Daumen drücken. In Pizzerien, Osterien und Eiscafés wird am Samstag die Hölle los sein. Gastwirte berichten über heiß laufende Telefone; jeder möchte einen Tisch irgendwo reservieren und sich das Viertelfinale mit seinen Freunden in einem Lokal ansehen. Stühle werden enger zusammengestellt, Flachbildschirme aufgebaut und spezielle Menüs gekocht. „Wir sind ausgebucht“, heißt es etwa bei „H’ugo’s“, dem italienischen Szene-Lokal. 17 Bildschirme, 5 Leinwände, italienischer Wein und – wenn das Wetter passt – eine offene Terrasse. Tipp: Im „La Vecchia Masseria“ gibt es noch freie Plätze.

In München leben 28.000 Italiener

Die meisten Fans werden, so die Polizei, an der Leopoldstraße erwartet. Vor allem rechnet die Münchner Polizei mit einem vermehrten Aufkommen von Fußballbegeisterten. „Das ist aber immer so, wenn wir auf Italien treffen“, so ein Polizist. Wohl auch, weil in München – laut dem Statistikamt – 27.768 Italiener leben. Ende 2015 waren es noch 25.620 Italiener. Gewinnen die Italiener, werden sie die Leopoldstraße wohl in eine „Fanmeile“ verwandeln. Schon nach dem Sieg gegen Spanien, waren die Italiener kaum zu halten und feierten den Aufstieg mit Hupkonzerten.

„Italien gewinnt mit 3:1“

Auch Silvestro Furia, ein seit 30 Jahren in Deutschland lebender Koch, freut sich auf das Spiel. Er werde an der Leopoldstraße die Daumen drücken; Frau und Kinder bleiben daheim und unterstützen die Italiener vor dem TV-Gerät. „3:1 für Italien“, so der Tipp des 52-Jährigen, der mit 22 Jahren nach München kam. „Die starke Defensive ist nicht zu schlagen“, ist sich Furia sicher. „Deutschland hilft nur ein Gebet“.

Wer wird jubeln?

In der Schwabinger Eisdiele ist mit Sicherheit für gute Stimmung gesorgt, wenn die italienischen Fußballfans mit blauen Trikots begrüßt und bedient werden. Natürlich dürfen auch die kleinen italienischen Fähnchen nicht fehlen, die als Deko dienen. Willkommen sind alle, nicht nur Italiener.

Klassiker zum Auftakt: FC Bayern empfängt Bremen

Klassiker zum Auftakt: FC Bayern empfängt Bremen

Die neue Bundesliga-Saison beginnt für Titelverteidiger FC Bayern München am Freitag, 26. August, mit einem Heimspiel gegen den SV Werder Bremen. Das geht aus dem Spielplan hervor, der von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) am Mittwoch veröffentlicht wurde.

Mit dem Spiel gegen den viermaligen deutschen Meister (zuletzt 2004) wird die 54. Saison im deutschen Fußball-Oberhaus offiziell eröffnet. Anstoß der Partie, die live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen wird, ist um 20.30 Uhr.

Mit den Norddeutschen hat der deutsche Rekordmeister gerade in jüngster Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht. Die letzte Heimniederlage gegen den SV Werder, der im April im Pokal-Halbfinale mit 2:0 bezwungen werden konnte, datiert vom 20. September 2008 (2:5). Seither gab es für die Bayern in der Allianz-Arena fünf Siege und zwei Remis bei 27:5 Toren.

Für den neuen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti, der die Nachfolge von Pep Guardiola angetreten hat, ist es die Premiere in der Bundesliga. Sein Pflichtspiel-Debüt auf der Bank der Münchener erlebt der 57-Jährige eine Woche zuvor, wenn es im DFB-Pokal zum Drittligisten FC Carl-Zeiss Jena geht. Das erste Auswärtsspiel in der Bundesliga steigt dann am zweiten September-Wochenende beim FC Schalke 04. Diese Partie wurde noch nicht konkret terminiert, da der Spielplan zunächst nur die Rahmendaten umfasst.

Das offizielle Eröffnungsspiel der Bundesliga (dieses steigt seit Spielzeit 2002/03 im Stadion des amtierenden Meisters) findet zum vierten Mal in Folge in der Allianz-Arena statt. Vor einem Jahr feierten die Bayern einen 5:0-Sieg gegen den Hamburger SV. In den Spielzeiten davor gelangen Siege gegen den VfL Wolfsburg (2:1) und Borussia Mönchengladbach (3:1).

Bieitos "La Juive" wurde im Rahmen der Münchner Opernfestspiele aufgeführt

Bieitos „La Juive“ wurde im Rahmen der Münchner Opernfestspiele aufgeführt

Sonntagabend waren nicht alle über Fromental Halévys „La Juive“ begeistert. Die selten gespielte Oper, inszeniert von Calixto Bieitos, wurde im Rahmen der Münchner Opernfestspiele aufgeführt. Besonders überraschend: Bieito entfernte alle religiösen und historischen Bezüge eliminiert. Die Bühne war versehen mit einem einzigen Objekt: einer Mauer aus Metall. Sie sollte die ideologische sowie religiöse Mauer in den menschlichen Köpfen präsentieren. Während die weiblichen Hauptdarsteller gefeiert wurden, blieb der Applaus beim Staatsorchester beinahe zur Gänze aus.

Eine Aufführung, die nicht zu 100 Prozent überzeugte

„La Juive“ wurde das erste Mal 1983 in Paris aufgeführt. Halévys Oper zählte zu den meistgespieltesten Aufführungen des 19. und auch frühen 20. Jahrhunderts. Heute zählt das Werk zu der idealtypischen Verkörperung der „Grand-Opéra“; Aufführungen sind rar und wenn sie dann neu inszeniert werden, oft umstritten. So auch Halévys Inszenierung, die für geteilte Stimmen sorgte.

Die Hauptdarstellerinnen überzeugten

Aleksandra Kurzak und Vera-Lotte Böcker, die Hauptdarstellerinnen, welche Rachel und Prinzessin Eudoxie verkörperten, begeisterten das Publikum. Auch Roberto Alagna, der in der Rolle des Èléazar zu sehen war, erhielt tobenden Applaus. Gefeiert wurden auch Ain Anger (Kardinal de Brogni) und John Osborn (Reichsfürst Leopold). Verhalten war das Publikum jedoch beim Bayerischen Staatsorchester, das unter der Leitung von Bertrand de Billy stand.

Die Münchner Opernfestspiele werden noch bis Ende Juli 2016 aufgeführt.

Filmfest München: Die Stadt ist wieder im Kinofieber

Filmfest München: Die Stadt ist wieder im Kinofieber

München ist wieder im Kinofieber! Während des 34. Filmfests, das bis 2. Juli zu Partys und Empfänge lädt, werden über 200 Filme gezeigt. Maren Ades „Toni Erdmann“, eine Tragikomödie mit Peter Simonischek und Sandra Hüller, eröffnete das bunte Treiben.

Oscar-Preisträgerin Burstyn wurde für ihr Lebenswerk geehrt

Bevor es nach der Eröffnung einen Empfang im Nobelhotel gab, mussten die Gäste des 34. Filmfestivals aber noch Humor beweisen. Die Eröffnung wurde von Kabarettist Harry G moderiert. „Der einzige Sinn von diesem Fest? Sehen und gesehen werden“, so der Kabarettist. Im Publikum fand sich auch die 83 Jahre alte Ellen Burstyn, die in „Der Exorzist“ und „Alice lebt hier nicht mehr“ zu sehen war. Dabei stand die Oscar-Preisträgerin im Mittelpunkt, als sie – im Rahmen der Eröffnung – den CineMerit-Award für ihr Lebenswerk erhielt.

Über 200 Filme

„Toni Erdmann“, ein Streifen, der bereits bei den Cannes-Filmfestspielen gelobt wurde, eröffnete das 34. Filmfestival in München. Bis zum 2. Juli werden noch über 200 weitere Filme gezeigt werden; neben Komödien und Dramen, werden auch Krimis, Fernsehfilme, Serien und Dokumentarfilme gezeigt. Parallel läuft auch das Kinderfilmfest. Der Start folgt Freitag mit „Nellys Abenteuer“, einem deutsch-rumänischen Abenteuerfilm.

Ein Festival für Film- und Fernsehfreunde

„Leidenschaft ist der wichtigste Faktor bei Kino und Fernsehen“, so Ilse Aigner, bayerische Medienministerin, die sich bereits voll Vorfreude zeigte. „Nur wer für Geschichten brennt, sollte Filme machen“, so die CSU-Politikern. „Das Filmfestival ist ein klassisches Publikumsfestival, das den Zusehern die Begegnung mit Schauspielern und Filmemachern ermöglichen soll“. Im Rahmen des Festivals werden auch zahlreiche Filmpreise vergeben werden.

München ist wieder auf den Beinen

München ist wieder auf den Beinen

Am Sonntag, den 26. Juni, ist München wieder auf den Beinen. Mehr als 20.000 Hobbysportler werden bei der 38. Auflage des Stadtlaufs von BMW und SportScheck unterwegs sein und zum ersten Mal auch den Münchner Stadtmeister küren. Der Titel, der vom Deutschen Leichtathletik-Verband genehmigt wurde, stellt eine Sonderwertung im Stadtlauf dar. Die Schirmherrschaft wird von Clemens Prokop, dem Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbands, übernommen.

Am Ende überwiegt die Freude

Die Stadtmeisterschaft soll die lokale Laufszene Münchens stärken. Dabei steht den lokalen Helden die Möglichkeit zur Verfügung, einen Pokal in ihr Regal stellen zu dürfen, den sie beim Stadtlauf gewinnen können. Doch es zählt am Ende nicht der Sieg, sondern die Freude am Laufen. Die Strecke ist 10 Kilometer lang; jeder Läufer wird automatisch in die Sonderwertung der „Stadtmeister“ miteinbezogen. Dafür ist keine separate Anmeldung erforderlich. Bei der Stadtmeisterschaft handelt es sich um eine sogenannte offene Meisterschaft, die zwischen den Herren und Damen getrennt ist; eine gesonderte Altersklassenwertung wird es aber nicht geben. Der Titel wird im Rahmen einer Siegerehrung vergeben. Jeder, der an dem Rennen teilnehmen möchte, ist startberechtigt. Wohnsitz, Vereinsmitgliedschaft oder Startpass spielen keine Rolle. Es wird auch bei der 38. Auflage keine Startnummern geben. Alle Stadtmeister werden zudem beim Finale der Stadtlaufserie nach Trentino eingeladen. Der finale Lauf findet im November statt. Auch die ehemalige Meisterin im Halbmarathon, Ingalena Heuck, freut sich über die Tatsache, dass jeder Läufer die Chance erhält, sich einen Titel in seiner eigenen Stadt erlaufen zu dürfen.

Ab 8.00 Uhr ist München in Bewegung

Der Münchner Stadtlauf zählt mit 20.000 Teilnehmern als Aushängeschild der Laufserie von BMW und SportScheck. Derzeit liegen mehr Anmeldungen als im letzten Jahr vor; der Marienplatz wird, so die Verantwortlichen, weiß und orange strahlen. Der Start erfolgt in der Rosenstraße zum Marienplatz, danach geht es über Dienerstraße, die Residenzstraße, den Münchner Hofgarten und dem Englischen Garten. Danach folgt die Rückkehr über die Weinstraße in Richtung Marienplatz. Der Halbmarathon beginnt um 8.00 Uhr; um 8.20 Uhr startet der 2 Kilometer lange Kinderlauf. Um 10.35 Uhr starten die 10 Kilometer-Läufer; die 5 Kilometer-Teilnehmer starten um 12.45 Uhr. Am Ende gibt es für jeden Stadtläufer ein sogenanntes „Finisher Foto“ von BMW.

Anmeldungen sind noch möglich

Bis zum 25. Juni können sich Interessierte noch über www.sportscheck.com/event/ anmelden. Nachmeldungen können bis Sonntag, eine Stunde vor Startbeginn, eingereicht werden. Die Nachmeldefrist beginnt mit 6 Uhr in der SportScheck-Filiale in der Neuhauser Straße 21.

Das Erzbistum München besitzt ein Vermögen von 3,3 Milliarden Euro

Das Erzbistum München besitzt ein Vermögen von 3,3 Milliarden Euro

Am Vormittag des 20. Juni 2016 gewährte das Erzbistum München und Freising zum ersten Mal einen Einblick in seine Vermögensverhältnisse. Dabei stellte sich heraus, dass es über ein Vermögen von 3,3 Milliarden Euro verfügt. Allerdings stehen dem auch Verpflichtungen in erheblicher Höhe gegenüber.

 

Wie sich die Vermögensbilanz des Münchner Erzbistums zusammensetzt

Aus der Offenlegung des Vermögens vom Erzbistum München und Freising ist ersichtlich, wie es sich im Einzelnen zusammensetzt. Demnach sind die beiden größten Posten auf der Habenseite die Finanzanlagen in Höhe von 1,4 Milliarden Euro und die Sachanlagen, die sich auf 1,2 Milliarden Euro belaufen. In der Bilanz sind zudem die Verpflichtungen verzeichnet, die das Erzbistum hat. Mit 2,5 Milliarden Euro sind hierbei die zweckgebundenen Rücklagen am höchsten. Unter diese fallen beispielsweise die Kosten, die das Erzbistum für den Erhalt und den Unterhalt seiner etwa 6.000 Immobilien aufwendet. Zudem müssen 477 Millionen Euro als Pensionsverpflichtung für die Mitarbeiter des Erzbistums zurückgehalten werden. Die 570 Millionen Euro, die im Jahr 2015 durch die Kirchensteuer der 1,7 Millionen Katholiken im Bistum eingenommen wurden, werden größtenteils für die Bezahlung des Personals verwendet, das unter anderem in der Seelsorge, der Verkündigung und bei der Caritas tätig ist.

 

Die Entwicklung der Bilanzsumme

Die veröffentlichte Bilanz des Erzbistums München und Freising umfasst den Zeitraum zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2015. Eröffnet wurde die Bilanz mit Immobilienvermögen, Anlagevermögen, Wertpapieren, Kassenbeständen und Guthaben in einer Höhe von 4,606 Milliarden Euro. Diese wurde im Laufe des Geschäftsjahrs um 1,3 auf 3,3 Milliarden Euro verringert. Dies hat den Grund, dass das Erzbistum München die Finanzierung seiner drei Kernaufgaben Verkündigung, Bildung und Caritas auf drei Stiftungen übertragen hat. Damit will das Erzbistum dafür sorgen, dass es nicht mehr von den schwankenden Einnahmen aus der Kirchensteuer abhängig ist. Allen drei Stiftungen wurde insgesamt ein Geldbetrag von einer Milliarde Euro übertragen, den sie für ihre Tätigkeiten aufwenden können. Die Einnahmen, die die Stiftungen generieren, fließen wiederum dem Bistum zu, das diese jedoch zweckgebunden einsetzen muss.

München: Die Gentrifizierung geht voran

München: Die Gentrifizierung geht voran

Mit dem Wegfall des Bestandsschutzes für 5100 Wohnungen in Neuhausen sind die Pforten für eine mögliche Luxussanierung und dem damit verbundenen Strukturwandel geöffnet. Diese sich auch in anderen Stadtbezirken abzeichnende Entwicklung ist generell im Zunehmen begriffen.

Etwa 136 000 Wohnungen in München sind aktuell durch 20 Erhaltungssatzungsgebiete geschützt. Das bedeutet, dass in diesen Gebieten Luxussanierungen genehmigt werden müssen. Dasselbe gilt für das Aufteilen in Eigentumswohnungen und außerdem kann eine Neuvermietung nur an Personen erfolgen, die eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten und es muss ein Mieterschutz zugesichert werden. Diese Erhaltungssatzungen aber müssen für eine Verlängerung alle fünf Jahre auf das Vorhandensein ihrer Voraussetzungen geprüft werden.

In dem Stadtbezirk Neuhausen genießen künftig nur noch 3800 Wohnungen den Schutz der Erhaltungssatzung. Diese liegen südlich des Rotkreuzplatzes beidseitig der Schulstraße und in einem neu hinzugekommenen Gebiet zwischen der Hirschberg- und der Richelstraße. Hier wurden 60 Prozent der Gebäude vor 1948 gebaut, womit Sanierungspotential besteht. Außerdem liegt die Kaufkraft der dort lebenden Menschen mit 26.800 Euro jährlich unter der durchschnittlichen Kaufkraft in München mit 28.900 Euro. Luxussanierungen, oder die Wandlung von Mietwohnungen zu Eigentumswohnungen, würden die angestammten Mieter, von denen gut ein Drittel weniger als 1500 Euro im Monat zur Verfügung hat, fast zwangsläufig verdrängen. Deshalb sind hier die Kriterien für den Schutz durch eine Erhaltungssatzung gegeben.
Diese Kriterien sind in dem Gebiet, in dem die nun aus der Erhaltungssatzung herausfallenden 5100 Wohnungen liegen, schon längst nicht mehr vorhanden: Trotz bisherigem Bestandsschutz gilt es als ein sehr attraktives Wohnungsgebiet, in dem das jährliche Durchschnittseinkommen des Bewohners das des durchschnittlichen Müncheners um 14,5 Prozent übersteigt. Das führte zu einem geringeren Schutzbedarf, sodass dieser schließlich wegfiel. Die juristische Begründung für die Schutzmaßnahmen wäre bei Klagen von Hauseigentümern, oder Investoren, nicht plausibel genug.

Hier zeigt sich eine gewisse Ironie der Erhaltungssatzung: Das Verschwinden des Schutzbedarfes, was zu ihrer Aufhebung führt, ist eigentlich genau das, wo sie hätte vor schützen sollen.
Für Anna Hanusch, der Vorsitzenden des Neuhauser Bezirksausschusses und Stadträtin der Grünen, sind Erhaltungssatzungen ohnehin nur sehr bedingt ein geeignetes Mittel, um die zunehmende Gentrifizierung zu verhindern. Angesichts der Tatsache, dass diese in den meisten aus den Erhaltungssatzungen entlassenen Gebieten vorangeschritten ist, spricht sie von einem eher stumpfen Instrument.

Stadtgründungsfest – München feiert ihren 858. Geburtstag

Stadtgründungsfest – München feiert ihren 858. Geburtstag

„München jubelt“. Vom 18. bis 19. Juni 2016 lädt München zum Stadtgründungsfest. Die Stadt feiert ihren 858. Geburtstag. Im Rahmen des Geburtstages gibt es ein großes Fest mit einem abwechslungsreichen Programm.

München wurde vor 858 Jahren urkundlich erwähnt

Das Stadtgründungsfest beginnt am Samstag und wird um 11 Uhr, nach dem Glockenspiel am Marienplatz, feierlich von Dieter Reiter, dem Oberbürgermeister, eröffnet. Danach erwartet die Münchner ein abwechslungsreiches Programm. So zeigen zahlreiche Handwerker am Odeonsplatz ihr Können. Darunter finden sich Zimmerer, Goldschmiede und auch Glaser. Wer sich für einen handwerklichen Beruf interessiert, sollte daher unbedingt die Chance ergreifen und den Profis auf die Finger schauen. Vor allem sollen junge Leute angesprochen werden, sich mit dem Thema Handwerk näher zu befassen. Damit es aber keineswegs zu leise wird, hat man auch für musikalische Unterhaltung gesorgt. Die Musik ist bunt gemischt; von Rock bis Jazz ist alles dabei. Am Rindermarkt können sich die Gäste von den Gemeinsamkeiten der bayerischen und irischen Kultur überzeugen. Hier wird das Guinness auf das Münchner Helle treffen und Irish Folk sowie bayerische Volksmusik zu hören sein.

Spezielles Kinderprogramm

Das Programm beinhaltet natürlich aber auch zahlreiche Stationen für die Kinder. Die Schwerpunkte befassen sich rund um das Mittelalter, sodass die Kleinen lernen können, wie man vor Jahrhunderten die Wäsche gewaschen hat. Auch Junior-Detektive werden ihre Freude haben. Während des Stadtgründungsfestes können sie nämlich einem historischen Kriminalfall nachgehen.

Freiwillige Feuerwehr und Abfallwirtschaftsbetrieb feiern ebenfalls

Die Stadt feiert aber nicht alleine. Auch die Freiwillige Feuerwehr und der Abfallwirtschaftsbetrieb feiern an diesem Wochenende ein Jubiläum – beide Organisationen bestehen seit 150 Jahren. Ihr Fest wird in der Schrammerstraße über die Bühne gehen.

Bayerische Polizei wird 70 Jahre alt

Wer noch mehr Unterhaltung möchte, findet diese in der Ludwigstraße. Am Stadtgründungsfest schließt nämlich das Straßenfestival der Bayerischen Polizei an. Auch die Bayerische Polizei begeht in diesem Jahr ihr Jubiläum – sie feiert ihren 70. Geburtstag.

Münchner KVR will städtische Sheriffs auf Streife schicken

Münchner KVR will städtische Sheriffs auf Streife schicken

Der Münchner Kreisverwaltungsreferent (KVR) Blume-Beyerle möchte neben den Beamten der Polizei künftig auch Mitarbeiterinnen eines kommunalen Sicherheitsdienstes auf Streife durch die bayerische Landeshauptstadt schicken. Die 30 bis 40 zusätzlichen Kräfte sollen Ordnungsstörungen unerlaubtes Urinieren in der Öffentlichkeit, Herumpöbeln, Lärmbelästigungen, Verschmutzungen und aggressives Betteln unterbinden.

Mehr Sicherheit und Ordnung durch kommunale Streife

KVR Wilfried Blume-Beyerle kann sein Konzept gut begründen. An sozialen Brennpunkten und im Münchner Nachtleben gibt es diverse Ordnungsstörungen, die teilweise rund um die Kneipen der Szeneviertel zu beobachten sind. Deren Wirten will der KVR ebenfalls verstärkt auf die Finger schauen, hierfür soll die Bezirksinspektion Mitte verstärkt werden. Die Sicherheitslücke entsteht laut Blume-Beyerle durch die begrenzten Ressourcen der Polizei, die sich daher auf die schwereren Fälle konzentrieren müsse. Harmlosere Vergehen im Rahmen von Ordnungswidrigkeiten bleiben hingegen oft ungeahndet, vielfach erledigen sie sich vor Eintreffen eines Polizisten. Die Bewohner empfinden das als Sicherheitslücke. Einen beträchtlichen Mangel der behördlichen Aufsicht macht der Kreisverwaltungsreferenz in der Müller- und der Sonnenstraße, am Gärtnerplatz sowie im Glockenbach- und Dreimühlenviertel aus. Die Beschlussvorlage von Blume-Beyerle kam auf Antrag der CSU-Fraktion in der Stadtverwaltung zustande. Eigentlich müssten die städtischen Bezirksinspektoren den Kneipenlärm, die Freischankflächen, Öffnungszeiten und die Einhaltung der öffentlichen Ordnung überwachen, doch diese sind nur selten nachts unterwegs. Zusätzliche Inspektoren werden nun in den Innenstadt-Quartieren die Ordnung herstellen.

Welche Vorteile bringen kommunale Kontrolleure?

Kommunale Sicherheitsleute haben erhöhte Befugnisse gegenüber den Mitarbeitern eines privaten Sicherheitsdienstes. Wie jener verfügen sie zunächst über das Festnahmerecht nach § 127 Absatz 1 StPO, das auch jeder Privatperson erlaubt, einen möglichen Straftäter bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Darüber hinaus können Angestellte der Stadt Platzverweise aussprechen, Ordnungsgelder verhängen und Personen durchsuchen – alles Befugnisse, welche private Wachdienste nicht haben. An sozialen Brennpunkten ist das notwendig, von denen es in München wie überall natürlich einige gibt. Der Hauptbahnhof und das Areal ringsherum gehören dazu, wo sich die Situation seit einigen Jahren massiv verschlechtert habe, so der KVR Blume-Beyerle. Ausdauernde Biertrinker diskutierten dort in Gruppen lautstark untereinander, zu handfest Prügeleien kommt es ebenfalls. Gehweg sind mit Zigarettenkippen, leeren Bierflaschen und Kronkorken übersät. Zudem steigt hier der Drogenhandel und -konsum. Im Nachtleben am Gärtnerplatz gibt es ähnliche Probleme. Dabei sind die Wochentage längst nicht mehr ausgenommen, Anwohner fühlen sich belästigt, Touristen meiden die betreffenden Viertel. Der Ordnungsdienst müsse nun als Korrektiv an Brennpunkten wieder auf die Einhaltung der öffentlichen Ordnung achten. Ein flächendeckender Einsatz ist nicht vorgesehen: Hierzu wären bis zu 300 zusätzliche Stellen nötig.

Schlagbauer-Rücktritt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen CSU-Stadtrat Schlagbauer

Schlagbauer-Rücktritt: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen CSU-Stadtrat Schlagbauer

Seit Mittwoch wird gegen den Wiesn-Stadtrat und CSU-Politiker Georg Schlagbauer ermittelt. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I hat bestätigt, dass es primär um den Verdacht des Drogenmissbrauchs geht. So soll der Politiker Drogen gekauft und konsumiert haben. Auf die Frage, um welche Drogen es dabei gehen soll, gab der Sprecher keine Auskunft. Der CSU-Politiker, der schon seit längerer Zeit ein Drogenproblem haben soll, meldete sich selbst bei der Staatsanwaltschaft. Sein Rechtsanwalt bestätigte des Weiteren, dass Georg Schlagbauer mit sofortiger Wirkung alle öffentlichen Ämter niedergelegt hat. Schlagbauer galt als Zukunftshoffnung der CSU; das Geständnis der Drogensucht und der Rücktritt kamen überraschend. Nach dem Sexskandal rund um Michael Brückner, ein weiterer Skandal innerhalb der CSU.

Die Zukunftshoffnung der CSU legte alle seine Ämter nieder

Georg Schlagbauer ist Vater von zwei Kindern und verheiratet. Ein Politiker, der nie negativ auffiel und als Zukunftshoffnung galt. Nun ist seine Karriere definitiv vorbei. Im Schreiben des Anwalts ist von „gesundheitlichen und familiären Gründen“ zu lesen. Schlagbauer werde, so der Anwalt, keine persönlichen Angaben machen. Der Schutz seines Familienlebens und seiner Privatsphäre stehen, so der Rechtsanwalt, an erster Stelle. Im Schreiben ist auch vom Schutz von Institutionen sowie Gruppierungen die Rede.

Sollte Schlagbauer in den Landtag wechseln?

Der Politiker übte zahlreiche Ämter aus. So war er seit dem Jahr 2008 Stadtrat und sollte, so Insider, demnächst in den Landtag wechseln. Parteiintern galt er als Hoffnungsträger der CSU; der 44-jährige Politiker sollte im Stimmkreis München-Mitte kandidieren. Schlagbauer war auch Vizepräsident beim Fleischerverband Deutschlands, Landesinnungsmeister beim bayerischen Fleischerverband und übte die Tätigkeiten des Präsidenten des bayerischen Handwerkstages und der Handwerkskammer für München und Oberbayern aus.

Seehofer und Spaenle meldeten sich bereits zu Wort

Ludwig Spaenle, Vorsitzender der Münchner CSU, nahm den Rücktritt zur Kenntnis. Bislang sei ihm nur eine schriftliche Stellungnahme zugekommen; ein privates Gespräch sei noch nicht erfolgt. Der Ministerpräsident Horst Seehofer zeigte sich hingegen erschüttert. „Eine sehr traurige Nachricht“, so Seehofer, der von einem „ärgerlichen“, jedoch „sehr ernsten“ Thema sprach. Doch vom „Schaden für die ganze Partei“ war schon am Mittwoch die Rede. Dabei bezog sich die Aussage nicht auf Schlagbauer. Die Tatsache, dass Michael Brückner, Landtagsabgeordneter von Nürnberg, zugab, Sex mit einem minderjährigen Mädchen gehabt zu haben, erschütterte – schon vor dem Drogengeständnis – die Granden der CSU.