Flughafenbaby Franziska – Prozess beginnt am Dienstag

Flughafenbaby Franziska – Prozess beginnt am Dienstag

Der Fund des stark unterkühlten Neugeborenen in einem am Münchener Flughafen gelegenen Parkhaus sorgte im vergangenen Sommer für gehörige Aufregung. Das Baby verdankt sein Leben einer gerade noch rechtzeitigen Entdeckung und dem Umstand, dass Rettungskräfte schnell vor Ort waren.

Jetzt findet der Prozess gegen die 24-jährige Mutter statt, die ihr Baby am 30. Juli 2015 in eine Toilettenschüssel gesteckt und sich selbst überlassen haben soll. Eine Passagierin fand das Kind, als dessen Körpertemperatur bereits auf lebensbedrohliche achtundzwanzig Grad abgesunken war. Nach wochenlang andauernder Pflege auf der Intensivstation befand sich das in der Öffentlichkeit als Franziska bekannte Mädchen außer Lebensgefahr und wurde in die Obhut von Pflegeeltern gegeben.

DNA-Test brachte Klärung

Die Kriminalpolizei Erding konnte die aus Heidenheim (Baden-Württemberg) stammende mutmaßliche Täterin bereits innerhalb einer Woche ermitteln. Ein aufmerksamer Zeuge hatte die Polizei auf die Spur der Deutsch-Türkin gebracht. Der Mann hatte sich am Tattag im Flughafen eingefunden, um dort eine wertvolle Katze abzuholen die von der mutmaßlichen Täterin begleitet worden war. Als der Zeuge in der Zeitung von dem Babyfund erfuhr, erinnerte er sich an die hochschwangere Frau, die offenkundig unter starkem psychischem Druck stand. Von den Polizeibeamten befragt, bestritt die jung Mutter zunächst die Tat, konnte aber anhand eines DNA-Tests zweifelsfrei überführt werden.

Mutter wartete vor WC-Kabine

Den Ermittlungen zufolge spielte sich die Tat folgendermaßen ab: Während ihre eigene Mutter vor der WC-Kabine auf sie wartete, brachte die junge Frau das Kind zur Welt. Anschließend versuchte sie es mit der Nabelschnur zu strangulieren und die Toilette hinabzuspülen. Von Ärzten durchgeführte Untersuchungen haben ergeben, dass das Neugeborene kerngesund war.

Ab Dienstag muss sich die mutmaßliche Täterin vor der Strafkammer des Landgerichts Landshut verantworten. Den Vorsitz führt Markus Kring. Die Anklage lautet auf versuchten Totschlag in Zusammenhang mit schwerer Körperverletzung. Der von zwei Anwälten vertretenen Vierundzwanzigjährigen drohen bis zu fünfzehn Jahre Gefängnis. Für die Prozessdauer wurden zunächst fünf Verhandlungstage anberaumt.

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